Für Hexen und Zauberer steht der Kreis für Segnung oder den Schutz des Göttlichen. Dieser Symbolismus wird in Form eines Pentagramms ausgedrückt und kommt auch in der Praxis zur Anwendung, wenn auch in anderer Art. Eine Hexe nutzt einen magischen Kreis als einen heiligen Ort, der die von ihr gelenkten Energien von den zufälligen und chaotischen Energien der Welt trennt, die ihren Zauber sonst stören könnten. Der Kreis kann auch als Barriere gegen Einflüsse des Bösen dienen. Die Anrufung von Engeln oder Dämonen erfolgt aus dem Inneren eines magischen Kreises heraus, denn dieser bietet Schutz und ist als geweihter Ort gleichzeitig von hoher Anziehungskraft.

Arten des magischen Kreises

Der magische Kreis existiert in verschiedenen Varianten, abhängig von der Aufgabe, der er dienen soll. Doch der Kreis allein garantiert keinen Erfolg. Letztendlich musst du durch Versuche herausfinden, welche Farben, Symbole und Hilfsmittel für deinen Zauber funktionieren. Magische Kreise können auf den Boden, an die Wand oder auf Stoffe gemalt werden. Sie können aus weißem Pulver gebildet oder in den Boden geritzt werden. Der Kreis sollte groß genug sein, um in seinem Inneren allen beteiligten Personen ausreichend Platz zu bieten.

Das Ziehen eines magischen Kreises

Willst du in Vorbereitung eines Rituals einen magischen Kreis ziehen, nimmst du zunächst – wie bei allen Zaubern – eine rituelle Reinigung vor. Diese besteht sowohl aus einer körperlichen und mentalen Reinigung deiner Person als auch einer Säuberung des Bereiches, in dem der Kreis entstehen soll. Nimm ein Bad, entferne anschließend alle irrelevanten Gegenstände aus dem entsprechenden Bereich und kehre ihn so sauber wie möglich. Dann errichte einen Altar. Es muss kein besonderer Altar sein. Ein Tisch ist völlig ausreichend, solange du ihn mental von seiner alltäglichen Nutzung trennst. Schmücke den Altar mit rituellen Utensilien wie schwarzen und weißen Kerzen (als Paar), einem Athame (zeremonieller Dolch) oder Schwert und einem Pentagramm an einer Kette oder einer Schnur. Weiterhin brauchst du eine Schale mit Salz (zur Reinigung), eine Schale mit Wasser (ebenfalls zur Reinigung), eine Glocke (um die Magie zum Kreis zu rufen), einen Kelch und eine Untertasse.

Der nächste Schritt ist die Visualisierung der Handlung, kombiniert mit einem Gebet oder Gesang zur Konzentration deines Geistes. Entzünde als erstes die Kerzen auf dem Altar und richte ein Gebet an die Gottheiten, die du aktivieren, besänftigen oder um Hilfe bitten möchtest. Nimm den Athame oder das Schwert, laufe um den Kreis herum und zeichne seine Umrisse nach. Damit symbolisierst du die Trennung dessen, was innerhalb des Kreises ist, von dem, was außerhalb ist. Dann stelle dich vor den Altar und läute dreimal die Glocke. Stelle dir bei jedem Mal vor, wie du das Auge der Welt auf dich ziehst, und rufe mit klarer, fester Stimme den Namen deiner Gottheit aus. Bete an jeder der 5 Ecken des Kreises in alle Richtungen zu den Göttinnen und Göttern. Dabei musst du sie nicht einzeln aufzählen, es ist ausreichend, sie zusammengefasst zu ehren.

Stelle die Schale mit dem Salz auf das Pentagramm und spüle die Klinge darin ab. Wiederhole diesen Vorgang mit der Wasserschale. Gib eine Prise Salz ins Wasser, nimm das auf diese Weise geweihte Wasser und verspritze es im Kreis, um diesen zu reinigen. Gieße das Wasser in den Kelch, dann für die Gottheit auf eine Untertasse und platziere den Kelch auf dem Pentagramm.

Wenn du den Kreis betrittst und verlässt, ehre die von dir verehrten Gottheiten und danke ihnen. Hast du das Ritual beendet, das du innerhalb des Kreises ausgeführt hast, danke ihnen nochmals und verabschiede dich angemessen.

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